Der Hospizdienst auf Reisen

Gemeinsames Erinnern und Erleben

Samstagmorgen, 8 Uhr am 21.07.2018 soll Abfahrt in Ellmendingen sein - wir Ehrenamtlichen sind eingeladen, statt eines Sommerfestes schenken uns Vorstand und Einsatzleitung dieses Jahr einen Ausflug. Passend für uns schwebt das Thema „Gemeinsames Erinnern und Erleben“ über diesem besonderen Tag.

Voller Vorfreude mache ich mich auf den Weg und wie auf Bestellung kommt im Radio das Lied von Johannes Oerding „ Hundert Leben“. Er singt über einen Besuch in der Heimat seiner Jugend, bei den alten Freunden und er schenkt mir diesen Text, der mich den ganzen Tag über begleiten wird: „Wir haben viel erlebt, eine Geschichte die uns ewig bleibt, wir haben viel gesehen, dass es gut für hundert Leben reicht. Ohne unser Gestern würde ich mich heute nicht so auf morgen freuen...“

Ein großes Hallo beim Treffpunkt , dann geht es auch schon los. Wir machen uns mit dem Bus auf den Weg nach Zell-Weierbach bei Offenburg. Im "Schulmuseum für ehemals Großherzoglich Badische Schulen" tauchen wir ein in die Vergangenheit, in eine Welt, wie zu Großvaters Zeiten, mit Tintenfass, Rohrstock, Fleißbildchen und Kreidetafel. Natürlich dürfen wir nochmals die Schulbank drücken in einer historischen Schulstunde. Der Lehrer stilgerecht gekleidet im Frack führt uns in die Vergangenheit um 1905 und mancher von uns erfährt hier vielleicht zum ersten Mal, wie wenig damals auf die Belange und Bedürfnisse von Kindern geachtet wurde.

Wir besichtigen die liebevoll gestalteten Räume, eine Nähstube, die Lehrerwohnung, die Hilfslehrerstube unterm ungedämmten Dach, eine wunderschöne Bibliothek, es finden sich an allen Ecken Erinnerungen und wenn es nur die sind, die wir aus Erzählungen der Eltern oder Großeltern kennen. Viel zu schnell ist die eingeplante Zeit vorbei und es wird zur Abfahrt gerufen.

Unsere nächste Station ist das Gasthaus Traube in Fessenbach. Gut umsorgt im liebevoll rustikal eingerichteten Restaurant können wir uns wohlfühlen und uns das leckere Mittagessen schmecken lassen.

Danach bringt uns unser Busfahrer Herr Engel über verschlungene Wege, durch enge Dörfchen und auf steilen Bergstraßen sicher nach Sasbachwalden. Der Regen, der uns auf dem Weg leider etwas von der Aussicht über die tolle Weinberge des Ortenaukreises nimmt, hört rechtzeitig auf als wir ankommen. So können wir Sasbachwalden erkunden, besichtigen, einkaufen, Kaffee trinken, so ganz nach eigenen Vorstellungen. Immer finden sich Gruppen, die miteinander unterwegs sind, die die Gelegenheit nutzen, zu reden, sich besser kennenzulernen, zu lachen.

Pünktlich, zur geplanten Abfahrtszeit, ist auch der Regen wieder da und so ist es unser Herr Engel, der die Verantwortung tragen muss und uns über die Autobahn sicher nach Hause bringt.

Ein wunderbarer, entschleunigter Tag endet und es bleibt mir ein Lachen im Gesicht und das Lied auf den Lippen: „Wir wissen nicht was kommt, wir wissen nur was ewig bleibt, wir haben viel erlebt, eine Geschichte, die uns ewig bleibt.“

Herzlichen Dank an unsere Einsatzleiterinnen, die diesen schönen Tag für uns geplant haben und an unsere Vorstandschaft, die uns dieses gemeinsame Erlebnis ermöglicht haben und danke an Euch alle, die ihr dabei gewesen seid.

Margitta Weindl